Kirchenbaugeschichte.

Von H. Herrn Pfarrer Georg Schnabl wurde im Jahre 1898 der Kirchenbauverein gegründet, welcher die Mittel zum Erweiterungsbau der Pfarrkirche erbringen sollte. Doch was hätte mit den Erträgnissen dieser Sammlungen schon großes geleistet werden können, wo nur Fünferl und bestenfalls Zehnerl eingelegt wurden. Da konnte auch das Markstückl vom alten Peterbauern, Michael Lindl aus Deising nicht entscheidend helfen, obwohl er dieses Markstückl schon während des Verkündens das heute Sammlung für den Kirchenbauverein sei, seinen besonderen Zuggeldbeutel entnahm. Diesen Zuggeldbeutel stellte er dann mit einem kräftig, hörbaren Plumps auf die Betbank und rumorte da eine Zeitlang herum, wie Weiland (wie gestern) meine Großmutter im Haselnusssäcklein, welches ich auf Seite 10 dieses Büchleins bereits beschrieben habe und er entnahm ihm (diesen Zuggeldbeutel) das besagte Markstückl. Und wenn dann der alte Johann, der Mesner zur Sakristei herauskam, stand der alte Peterbauer schon auf und schwenkte sein Markstückl rüber und nüber, damit es ja der Mesner nicht übersah. Zur Ehre dieses Mannes sei noch erwähnt, daß er tatsächlich viel für unsere Pfarrkirche getan hat. So kaufte er aus eigener Tasche, den heute noch im Gebrauch befindlichen Baldachin für die Fronleichnamprozessionen, den schönen Rauchmantel, sowie das mit Goldstickerei besetzte Segensvelum. Dem heutigen Geldwert würde das bei 20.000.00 bis 25.000.00 DM entsprechen. Wo findet sich heute jemand, der in uneigennütziger Weise solche Opfer bringt, auch wenn er es könnte. Doch das Geschlecht der Lindl ist ausgestorben, vor Jahren schon. Dieser Kirchenbauverein wurde dann, nachdem H. Herr Pfarrer Schnabl als Stadtpfarrer nach Vilseck in der Oberpfalz berufen wurde. von dem 1908 nach Altmühlmünster berufenen H. Herrn Pfarrer Rupert Schöftaler weitergeführt. Am 18.Januar 1911 musste H. Pfarrer Schöftaler wegen Krankheit auf die Pfarrei Altmühlmünster verzichten, denn damals gehörte auch Arnsdorf noch zur Pfarrei Altmühlmünster, ebenso Laubhof und Thann, da konnte man keinen kranken Pfarrer brauchen, weil alle Wochen, Sommer wie Winter eine Wochenmesse in Arnsdorf gelesen werden musste.
Am 18. Januar 1911 kam H. Herr Anton Dirscherl nach Altmühlmünster als Pfarrer und damit trat eine Wende in der Kirchenbaugeschichte von Altmühlmünster ein. Herr Pfarrer Dirscherl war in Thann als Egositus und kannte somit die Vermögensverhältnisse der Kirche in Thann. Pfarrer Dirscherl, zugleich zuständiger Pfarrer in Thann, holte sich bei der Regierung die Erlaubnis, die 100.000.00 Mark des von der Filialkirche in Thann nicht benötigten, dortigen Kirchenvermögens zum Erweiterungsbau der Pfarrkirche verwenden zu dürfen, beziehungsweise den hierfür benötigten Betrag, was ihm auch genehmigt wurde. Drei, vier Pläne (Entwürfe) wurden erstellt, bis H. Pfarrer Dirscherl einer zusagte. (Diese Pläne sind heute noch vorhanden). Im Frühjahr 1912 ging es dann mit dem Kirchenbau los. Alles wunderte sich, wieso es jetzt auf einmal möglich war, dass die Kirche gebaut werden konnte und dazu noch ohne Kirchenbauvereinssammlungen, wo doch jeder glaubte, dass ohne seine Fünferl- und Zehnerlopfer überhaupt damit anzufangen nicht möglich wäre.
Vom Thanner Kirchenvermögen wusste ja niemand etwas.
Von den 1913 aufmontierten Glocken mussten wir schon im Jahre 1916 die beiden kleineren abliefern. die große durften wir behalten. H. Herr Pfarrer Haunschild kaufte im Benehmen mit mir als Kirchenpfleger eine dazu und im zweiten Weltkrieg mussten wir auch die große Glocke und die dazugekaufte abliefern. Jetzt hatten wir nur noch das Klosterglöckerl. Wir entliehen uns eine vom Deisinger Turm. Am 13. September 1950, an meinen 60. Geburtstag kam unser jetziges Geläute und am 14. September wurden sie hochgezogen und eingebaut. Ich hatte an diesem Tag ganz besonders meinen hl. Schutzengel angerufen, dass nichts passiert, es war nicht umsonst. Als alles glücklich droben und die Glocken einmontiert waren, stellten wir den Aufzug und alle benötigten Geräte ab und dabei übersahen wir einen etwa drei Meter langen und etwa 15 Zentimeter starken Bolzen, welchen wir beim aufziehen der großen Glocke als Stütze der Nadel verwendeten. Da wir nun kein Seil mehr heroben hatten, rief ich hinunter: „Obacht geb'n“, es standen zwei Burschen im oberen Friedhof in der Nähe des Kreuzes. „Obacht geb'n, ich schmeiße den Bolzen hinunter und ihr da droben gebt obacht, dass niemand um die Ecke kommt“. Auf meine nochmalige Frage: ist alles frei, folgte ein einstimmiges "Ja". Ich ließ nun den Bolzen fahren und im selben Augenblick kommt ein heller Kinderschopf um die Ecke. Der Bolzen fährt auf ihn zu und trifft den Kerl am Kopf, so dass die Kopfhaare an der Aufschlagstelle wie wegrasiert sind. Ich tat einen Schrei, weil ich glaubte, er müsse wohl tot sein. Von diesem Burschen war im selben Augenblick nichts mehr zu sehen. Mir brach es alle Glieder, ich sagte deshalb zu Martin Mayer er solle nachschauen was los ist. Der Monteur redete derweil auf mich ein, dass ich alles getan hätte was menschenmöglich ist. Als Martin Mayer wieder zurückkam sagte er: der blutet gar net am al. Nun konnte ich erst weinen, weil offensichtlich hier das Walten meines hl. Schutzengels offenbar wurde. Das erste amtliche Läuten unserer jetzigen Glocken war zur Beerdigung der Blauhofbäurin, Katharina Riepl, welche am 15. September 1950 in den Frieden Gottes einging.
Das Kirchendach war mit schwarzen Schieferplatten gedeckt, wie heute noch die alte St. Anna - Kapelle. Diese Kapelle wurde von der damaligen Blauhofbäurin Josefa Meier als Kriegergedächtniskapelle ausgebaut, es war im Jahre 1918. In einer Gruft unterhalb des Kapellenpflasters, welche durch eine Stützmauer in zwei Kammern abgeteilt ist, ruhen die sterblichen Überreste ihres Sohnes Johann Meier, in der linken Kammer, sowie in der rechten, ein Sohn vom so genannten Jaklbauern, Josef Gallenberger, deren Geschlecht mit diesem ihrem einzigen Sohn ausstarb.
Ich durfte seit dem Jahre 1919 Kirchenpfleger sein. Während der Nazizeit, das ist die Zeit der Nationalsozialistischen Ära, wurde es jedoch zum wiederholten male vom Bezirksamt (heute Landratsamt) beanstandet, was ich als Bürgermeister bei der Kirchenverwaltung zu suchen habe. Deshalb wählten wir Michael Ebenhöch, der unterschrieb dann die Kirchenrechnung als Kirchenpfleger. Die Geldgeschäfte, das heißt die Kassenführung übte von da an H. H. Pfarrer Vogl aus. Der Einfachheitshalber und auf meine Bitte hin, haben die Kassenführung auch H. H. Pfarrer Nagl und jetzt H. H. Pfarrer Edmund Mulzer gemacht und sie machen diese auch heute noch. Im Jahre 1965 hörte ich auf eigenen Wunsch als Kirchenpfleger wegen hochgradiger Schwerhörigkeit auf und schied am Dienstag den 25. Januar 1966 auch als aktiver Kirchenrat auf eigenen Wunsch aus.
Es war nicht immer leicht Kirchenpfleger zu sein, denn während dieser 45 Jahre waren drei Geldentwertungen. Zuerst verfiel von 1920 bis Mitte November 1923 unsere gute Mark. In diesen Jahren mussten wir Kirchenumlage erheben. Das war so ein Geschäft, dass wir nicht wussten womit wir eigentlich bezahlen sollten. In den Jahren 1922/1923 haben wir dann eine Getreideumlage eingehoben. Mit Herrn Sipl von Deising seinem Rotweiler - Grauschimmel fuhren wir los, Herr Pfarrer Haunschild und ich. Ich als Fuhrmann blieb heraußen und den guten Pfarrer Haunschild ließ ich zu den jeweils beglückten Bauern, etwas Schadenfroh,  hineingehen. Ich mag die Namen nicht nennen, von welchen wir am besten geschimpft wurden. Grad dass sie uns den Kettenhund nicht angehetzt haben, s'andere alles. Wir fuhren zunächst Blauhof, Arnsdorf, Hallenhausen, Griesstetten, Kramplmühle, Einsiedlhof. Da hatten wir unsere Wagen voll. Wir hatten es überstanden. Doch auf einmal seufzte Herr Pfarrer Haunschild und sagte zu mir: „ Herr Kirchenpfleger, einmal und nicht wieder, lieber bezahle ich alles selber, aber womit“. Diese Frage war mehr als berechtigt. Bis nämlich die Gehälter auch der Geistlichen zur Auszahlung kamen, waren sie gewissermaßen nichts mehr wert. Bloß ein Beispiel. Die Fünftausendmarkscheine kamen gar nicht zur Ausgabe. Sie wurden kurzerhand durch einen roten Stempel auf eine Milliarde herauf gesetzt. Eine Billion Mark war dann Mitte November 1923 eine Rentenmark. Ich habe mir einmal den Spaß gemacht, eine Billion Sekunden auszurechnen, wie lange es dauert bis eine Billion Sekunden vorüber sind, bitte lesen Sie das Ergebnis auf Seite 113. Nach unserer guten, alten Mark, kam also die Rentenmark. Nach der so genannten Machtübernahme durch Hitler, kam die Reichsmark. Auch diese Rentenmark und Reichsmark verfielen, eine nach der andern und seit dem 20. Juni 1948 haben wir die Deutsche Mark und wenn es so weitergeht, dann verfällt auch diese noch.
Nachdem nun das vom Kloster herstammende heilige Grab,  beim Erweiterungsbau der Pfarrkirche vernichtet wurde, kaufte H. H. Pfarrer Dirscherl den heutigen Aussetztabernakel als heiliges Grab. Wir müssen heute noch H. Pfarrer Dirscherl dankbar sein für seine Initiative für den Kirchenbau. Wenn H. Pfarrer Dirscherl nicht nach Altmühlmünster gekommen wäre, oder er hätte auch nur ein Jahr gewartet, wäre es mit den Kirchenbau zu spät gewesen. So konnte 1912 zum Aufbau der Kirche und 1913 zur inneren und äußeren Fertigung begonnen werden. Im Jahre 1914 brach dann der Krieg aus, es kam die Inflation und wir hätten unsere alte Kirche noch.
Von H. Herrn Pfarrer Anton Haunschild wurde das erste Kirchenkripperl aufgestellt. Es war ein kleiner Stall am rechten Seitenaltar, dann auf dem Tauftischchen und im dritten Jahr, 1922 kaufte er die heute noch im Gebrauch befindlichen Figuren. Jungfrau Kreszenz Riepl von Blauhof (sie wohnte auf Hsnr. 14 in Altmühlmünster) spendierte die Leinwand zu den Kulissen und seitdem wird es in der linken Seitenkapelle aufgebaut. Herr Pfarrer Haunschild kaufte auch den schön, geschnitzten hl. Leichnam Christi im hl. Grab, sowie die schon erwähnte Glocke, trotz aller Not der damaligen Zeit. Während der priesterlichen Wirksamkeit von H. Herrn Pfarrer Franz Vogl wurde im Jahre 1945 die bereits akute Einsturzgefahr vom Kirchendachstuhl behoben. Die Dachsparren wurden auf 3,50 herunter mit neuem Holz angestückelt, 1948 dann die Kirche ans elektrische Licht angeschlossen, 1950 das jetzige Geläute gekauft, das schwere Goldbrokat Messgewand hat er auch gekauft, die Kirche im Jahre 1946 ausmalen, sowie den Sakristeikamin errichten und mehrere Paramente reparieren lassen.
Bei H. Herrn Pfarrer Nagl, welcher von 29. August 1953 bis 13. März 1963 in Altmühlmünster wirkte, wurde zunächst der ganze Pfarrhof umgekrempelt. Alle Fußböden, die Wasserleitung, das Bad mit dem Spülklosett und die Kamine wurden gebaut. Auch wurde das Dach umgedeckt und das Pfarrjugendheim gebaut. H. Pfarrer Nagl war überhaupt ein Baumeister. 12.000.00 Mark war der Kostenvoranschlag für die bauliche Ausführung des Pfarrjugendheim. Was darüber hinaus noch für die Zueinrichtung und Ausstattung aufgewendet werden musste, entzieht sich meiner Kenntnis. Zu diesen vorgenannten Arbeiten bedurfte es einer Bauzeit von etwa 2 1/2 Jahren.
 Im Jahre 1956 ging es dann über die Pfarrkirche her. Zunächst wurde der bisher ausgepflasterte, wasserdurchlässige Wasserableitungsgraben durch einen wasserdichten Betonbelag mit Baustahlnetzeinlagen ersetzt und die Kirche trocken gelegt.
Es kam der neue Hochaltar, die Kirchenstühle mit den Seiteneingängen, die Orgel an das elektrische angeschlossen und alle Heiligenfiguren neu gefasst. Auch wurde das Sakristeigewölbe neu verputzt und so weiter. Leider wurde bei diesen Arbeiten auch der bisherige Hochaltar, sowie die beiden vorderen Seitenaltäre entfernt, angeblich, weil das herrichten genau soviel kosten würde wie neue Altäre.
Auf dem vorderen Seitenaltar war der hl. Andreas Mittelfigur, flankiert rechts vom hl. Stefanus und links vom hl. Laurentius. Die Figuren dieser beiden Heiligen hängen jetzt einsam herüben auf der Frauenseite über den Altartisch. Die Figur des hl. Andreas ist jetzt Mittelfigur auf dem hinteren rechten Seitenaltar. Auf diesem Altar waren vor dem Jahre 1961 die hl. Katharina mit dem Rad und Schwert, sowie die hl. Apolonia mit der Zange mit Zahn abgebildet. Die hl. Katharina wurde zunächst gerädert und als das Rad zerbrach enthauptet. Der hl. Apolonia hat man alle Zähne ausgerissen und anschließend wurde sie bei lebendigem Leibe verbrannt.
Der linke vordere Seitenaltar war mit der Pieta Maria unterm Kreuz geschmückt. Flankiert von zwei Engeln mit den Marterwerkzeugen Jesu, Dornenkrone, Hammer, Nägel, Lanze und Hisopstengel mit Schwamm. Die Pieta ist heute auf dem hinteren linken Seitenaltar, wo vor 1961 der hl. Bischof Grasmus mit der Winde abgebildet war. Diesem Bischof hat man die Gedärme aus dem Leib gewunden als er gemartert wurde.
Die beiden hinteren Seitenaltäre sind noch gut erhalten und wurden 1961 neu gefasst. Das Christkindlein welches noch vom früheren Hochaltar stammt, zeigt noch von der Schönheit dieses früheren Hochaltares. Während der Zeit unseres H. Herrn Pfarrer Edmund Mulzer wurde bis jetzt die Kanzel renoviert, der Platz für das neue Leichenhaus erworben, die Glocken an elektrische Kraft angeschlossen. Am Donnerstag den, 30. September 1965 läuteten diese zum ersten Mal mit elektrischer Kraft. Der neue Beichtstuhl wurde 1966 in der Vorfastenzeit vom jetzigen Kirchenpfleger Michael Breitmoser, Schreinermeister in Altmühlmünster Hsnr. 26 geliefert.
Der Vollständigkeit halber auch noch kurz über die Corporis Christi Bruderschaft. Bei der Corporis Christi Bruderschaft wurde zu Anfang derselben, fortlaufend nummeriert, das heißt von 1. angefangen bis herauf zu etwa 3000, dann wurden die alljährlich eingetretenen zum Beispiel von 1 - 12 registriert. Gegenwärtig sind rund 500 Mitglieder. Sie besteht seit 315 Jahren und wurde von Pater Meinradus Glück im Jahre 1651 eingeführt.
Im Jahre 1906 war in Altmühlmünster die Primiz von Pater Salvadorianer Albinus Gerstner. Er studierte in Rom und am 06. August 1906 war seine Primiz. Es sind seitdem 67 Jahre vergangen. Doch aus unserer Pfarrei ging trotzdem wieder ein Priester hervor. Es ist dies H. Herr Willy Tratz aus Hallenhausen, welcher am 29. Juni 1957 in Regensburg zum Priester geweiht wurde und gegenwärtig auch in Südafrika als Missionar tätig ist.
Pater Albinus Gerstner wollte auch Missionar werden, doch seine Oberen hielten ihn für nicht hinreichend gesund genug. Er wurde aber trotzdem 86 Jahre alt und er wirkte als Lehrer in Lochau am Gymnasium und zuletzt in Hamberg - Passau III, wo er auch starb. Er wurde die letzten Jahre seines Lebens auch als Aushilfspriester in der Seelsorge eingesetzt. Er war sogar Professor, hat aber in seiner übergroßen Bescheidenheit davon nie ein Aufhebens gemacht. R.I.P.
Aus dem Bayr. Staatsarchiv in Amberg geht hervor, dass das Gut Laubhof das ehemalige Klostergut von Altmühlmünster war. Es wurde nach der Säkularisation von der Familie Zeitler erworben. Eine Tochter dieser Familie heiratete einen Sölch. Dieser verkaufte es im Jahre 1909 an den Baron Bassus von Sandersdorf. Dieser wiederum an den Diplomlandwirt Josef Busch und dieser im Jahre 1965 an die Familie Diepold aus Irsching.
Die Madonna mit dem Jesuskind stand vor dem Umbau der Kirche auf dem Altar der linken Seitenkapelle. Nach dem Umbau der Kirche, da wo heute die beiden Holztafeln mit den Bildern des hl. Johannes des Täufers und des hl. Johannes - Evangelisten befindet, ist heute an Stelle des rechten vorderen Seitenaltares aufgestellt, beziehungsweise aufgehängt.
Das große Wandkreuz wurde im Jahre 1961 renoviert, das heißt der Korpus Jesu Christi, dass Kreuz aber neu hergestellt. Vor 1961 war auch die schmerzhafte Mutter mit dem Schwert im Herzen unter diesem Kreuz.
Aus einem alten Zeitungsausschnitt. Altmühlmünster, den 04. Oktober 1908.
Die Pfarrei Altmühlmünster im Altmühltal ist durch Beförderung ihres bisherigen Inhabers, des zum Stadtpfarrer in Vilseck ernannten Herrn Georg Schnabl in Erledigung gekommen. Als diese Pfarrei vor Jahren durch die Versetzung des damaligen Pfarrers Peter Schreiber nach Laaber, im Jahre 1841 erledigt war, wurde durch königliche Präsentation vom 04. März 1841 die Pfarrei Altmühlmünster dem Prediger an der unteren Stadtpfarrei zu Ingolstadt, Priester Andreas Gold übertragen. Nach anderthalb Jahren der seelsorglichen Tätigkeit in dieser Pfarrei erhielt dieser am 30. August 1842 vom Ordinariat Regensburg auf seine Bitte noch mal die Cura parochialis ororisora auf vier Wochen, zugleich aber auch die Weisung vor Ablauf dieser Frist, sich in Regensburg zu stellen.
Am 07. September 1842 bekam er in Regensburg die kanonische Juwestische auf die Pfarrei Altmühlmünster. In einer seiner Eingaben vom 18. August 1842 bemerkte er unter anderen: Der Pfarrer von Altmühlmünster ist ein Märtyrer. Sein ganz geringes Einkommen ist entweder mit einem Schweiß tropfen von seinem Kopfe oder mit einem Blutstropfen von seinen Füßen benetzt. Abgesehen davon, dass er in beständiger Lebensgefahr seine ohnehin mühevollen Tage erleben muss, kann ein einziger Fehltritt bei Besteigung seiner jähen Berge und ganz schmalen Steinflusssteige ihn entweder zum Krüppel machen oder sein zeitliches Leben plötzlich beenden.
Ich finde es für Wert, dieses drastische Urteil auch der Nachwelt zu erhalten.
Der H. Herr Erzbischof Dr. Michael Buchberger war allerdings anderer Meinung: Er sagte zu Herrn Pfarrer Vogl: „Altmühlmünster ist eine Perle“ und er musste es ja wissen.
Das wäre nun so in Kürze das Wichtigste, was von der Kloster- und Kirchenbaugeschichte von Altmühlmünster zu berichten ist.
Wenn ich damit den Wunsch unseres hochverehrten Hochwürden Herrn Pfarrer Edmund Mulzer habe dienen können, freut es mich noch mehr, als es mich ohnehin freut, dass ausgerechnet ich, diese Geschichte schreiben durfte. Ich will aber diese Schrift nicht abschließen ohne die Königin der Engel und der Menschen zu bitten.
Segne du Maria, segne mich dein Kind, dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find, segne all mein Denken, segne all mein tun, lass in deinem Segen, Tag und Nacht mich ruhn. Segne du Maria, alle die mir lieb, deinen Muttersegen ihnen täglich gib, deine Mutterhände breit auf alle aus, segne alle Herzen, segne jedes Haus.
Altmühlmünster, den 06. März 1966

Es bleibt noch nachzutragen, dass auch die Schule von Altmühlmünster Rechtholz hatte und zwar 15 Ster Besoldungsholz für den jeweiligen Lehrer und 15 Ster für die Beheizung der Schulstube, sowie einen Spannbaum, daraus wurden Späne gemacht. Als nach der Revolution vom Jahre 1918 der damalige Schullehrer Hofmann, Bayr. Minister präsentiert wurde, hat er als erste Amtshandlung die Lehrerschaft als Deisinger Staatsbeamter erhoben. Dadurch waren die Schullehrer nicht mehr auf das Einheben des Schulgeldes angewiesen und zweitens fielen auch alle anderen Leistungen weg, also auch das Besoldungsholz. Das war klar. Um die 15 Ster für die Beheizung der Schulstube aber führte die Schulsprengelgemeinschaft, Altmühlmünster, Deising und Meihern 20 Jahre lang einen Prozess. Wir, das heißt die Sprengelgemeinschaft hatte für diese 15 Ster keinen Kataster, der Staat bestritt deshalb die öffentlich, rechtliche Natur dieses Rechtholzes und begründete damit die Ablehnung dieser Bezüge. Daraufhin fuhren: Ich als Bürgermeister der Schulsitzgemeinde Altmühlmünster, der Bürgermeister von Deising, Josef Dietz, sowie der Bürgermeister von Meihern, Johann Sölch mit dem damaligen Schulleiter, Hans Stetter nach Regensburg, nahmen den damaligen Landtagsabgeordneten Herrn Brechtl als unseren Wortführer mit und gingen gemeinsam zur Regierungskammer der Forsten und verlangten dort die Einsichtnahme in die betreffenden Akten. Da stand es ja, was wir suchten! Wären wir so schlau gewesen und hätten das, was hier geschrieben stand gleich fotografiert, hätte uns nichts mehr gefehlt. Doch ich muss zugeben, dazu waren wir alle zu dumm. Im weiteren Verlauf des Prozesses wiesen wir darauf hin, was in den Akten bei der Regierungskammer über die staatlichen Forsten geschrieben stand und versuchten damit die öffentliche, rechtliche Natur dieses Rechtes nachzuweisen. Aber trotzdem wurde der Bezug dieses Rechtholzes für die Beheizung der Schulstube abgelehnt. Auf unserer wiederholten Fahrt nach Regensburg waren die für uns so wichtigen Akten verschwunden. Einfach verschwunden. Jetzt standen wir da, mit unserer Weisheit und damit war unser Prozess bereits verloren.

Der damalige Regierungsrat Fischer schrieb kurzerhand: Der Bürgermeister der Schulsitzgemeinde Altmühlmünster, Schaumann, ist nicht mehr als Mitglied des verstärkten Gemeinderates zu betrachten, sondern als Vollzugsorgan der Staatsaufsichtsbehörde und wenn er die ihm gemachten Auflagen nicht erfüllt, wird er entweder mit einer Geldstrafe in unbegrenzbarer Höhe oder mit einer Freiheitsstrafe bestraft. Jetzt fing die Sache an brenzlig zu werden. Herr Lehrer Stetter meinte:“ Herr Bürgermeister da können Sie nichts anderes tun als abdanken“. Ich war anderer Meinung. Das würde ich „die Flinte ins Korn werfen“ nennen, das grenzt an Feigheit. Wie singt Schiller in seiner Glocke, allen Gewalten zum Trotz sei erhalten. Nun wurde folgender Beschluss gefasst. Um ein Strafeinschreiten gegen den Bürgermeister der Schulsitzgemeinde Altmühlmünster zu verhindern, erklären die Bürgermeister der Schulsprengelgemeinschaft bis zur Klärung der Rechtsverhältnisse sich bereit, das Schulholz zu liefern. Wir hatten nämlich den Schulholzlieferstreik erklärt und deshalb wurde mir Geldstrafe in unbegrenzter Höhe oder Freiheitsstrafe von unbegrenzter Dauer angedroht. Zuletzt erhielten wir vom Bayr. Staat eine Abfindungssumme von 1200.00 Reichsmark.
Die mussten wir bei der Kreissparkasse Riedenburg anlegen. Man sagte uns beim Bezirksamt (Landratsamt) dass, wenn die Schulsprengelgemeinschaft dieses Geld mit Zins und Zinseszins liegen lässt, die Zeit kommen wird wo sie die gleiche Menge Holz dafür kaufen können. Am 20. Juni 1948 ging dann die Reichsmark flöten und damit auch die 15 Ster Rechtholz für die Beheizung der Schulstube. Der Staat hat eben die Paragraphengewalt und macht daher die Paragraphen immer zu seinen Gunsten, niemals jedoch zu seinen Ungunsten. Das war dann die letzte Säkularisation des Rechtholzes für die Beheizung der Schulstube und die Reichsmark. Amen.
Auszug aus einem alten Kataster.
Das Melchergütl in Altmühlmünster, Gebäude Hsnr. 14a, Eingädiges Wohnhaus mit Stall und Stadel unter einem Dache, stammt vom früheren Johanniter Kloster. Die Bilder an diesem Haus versinnbildlichen den hl. Georg, die Krönung Mariens und die hl. Barbara, die eingravierte Jahreszahl bürgt dafür, dass es damals zum Kloster gehörte. Im Jahre 1795 wurde es von Georg Weitzinger gekauft, laut Kataster, zur Johanniter Kommende Hofmark Altmühlmünster gehörig, am 20. November 1795 vom Vater Georg Weitzinger um 596 Fl. (Gulden) Erbrechtweise grundbar dahin, mit Küchendienst und Grundzins (Blutzehentfrei). Am 25. Oktober 1838 durch Andreas Goß von Johann Weitzinger gekauft, ohne besonderen Abschlag. Am 12. Februar 1846 durch Andreas Klierl von Andreas Goß gekauft, welcher von Hsnr. 14 in Altmühlmünster auf Hsnr. 8 in Altmühlmünster gezogen ist. Durch Andreas Klierl wurde am Anwesen Hsnr. 8 folgenden übernommen: Bodenzins, Scharwerkgeld, Grundstift, Küchendienst, Getreidegilt (Korn, Gerste, Hafer). Am 11. September 1874 übernahm Maurer Franz Klierl das Anwesen Hsnr. 8 von seinem Vater. Am 09. September 1909 übernahm dessen Tochter Kreszenz Klierl mit Sebastian Knöferl das oben genannte Anwesen und am 27. Oktober 1940 die derzeitigen Besitzer Peter und Barbara Lutz, geborene Knöferl.
Im Jahre 1975 geht der oben genannte ehemalige Klosterbesitz an die Eheleute Bösenberg aus Ingolstadt über und 1979, lassen sie die Freskengemälde neu restaurieren.

Noch eine Geschichte aus der guten, alten Zeit.

In der guten, alten Zeit war es üblich, dass am Ostermontag die Burschen von allen Mädchen rote Eier bekamen. Dafür mussten die Burschen am Kranzltag (Fronleichnamssonntag) die Mädchen Zechfrei halten. Als ich beim Bachhuber in Thann war, sagte am Ostermontag mein Freund, der Hunna Wastl (er war 24 Jahre alt) zu mir, ob ich auch schon rote Eier bekommen habe. „Ja bei der Mutter daheim, habe ich schon a' paar gekriegt“. Er darauf: „Ich meine von an Moid'l“.“ Wer wird scho an so an Rotzlöffi wie i bin, rote Eier geb'n“.“ Na gehst mit mir, na kriegst a' a paar, kommst bis umma halba Zehni zu mir in Stall umi, na gehma“. Ich war pünktlich da.“ Wo fang ma denn glei o“, fragte er sich selbst. „Beim Fischerbauern drunt“, gab er sich selbst die Antwort. „Beim Fischerbauern drunt hat` im ersten Stock ein stilles Örtchen und weil die Grube dort groß genug ist, wird die selten entleert“. Das ist nun auch der Fall, in unserer Geschichte. Die Grube war randvoll und weil da niemand sonst hinkommt, lag über die Grube nur ein Brett. Weil eben die Kammerfenster der Fischerbauernmägde hinter dieser Grube lagen, blieb dem Wastl nichts anderes übrig, als entweder hinüber zu springen oder sich dem Brett anzuvertrauen. Umgehen konnte man die Grube nicht, weil der nachbarliche Grenzzaun heranreichte. Der Wastl, er ist der alte Feicht von Oberhofen, er lebt heute schon noch, hatte seine allerbeste Bauernmontur an, Zischmenstiefel mit Lackschäften und grünen Ziernähten dran, die geblümte Samtweste mit silbernen Guldenstücken als Knöpfe, eine Zwiekaißige Uhr mit Halskette und goldenem Schieber. Wenn man auf' s rote Eier einbringen geht, muss man was vorstellen, meinte er. Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. Die Grube schien dem Wastl zu breit. Er vertraute sich lieber für einen kurzen Augenblick dem Brett'l an. Ich lief davon, weil ich glaubte von oben kommt was herunter, es kam auch was. Ich hörte nur einen gurgelnden Laut, der Wastl war in die Grube gefallen, das Brett'l war abgebrochen. „Geh doch her und hilf ma raus“, jammerte er. Durch den Plumps spritzte der Dreck in die Höhe, so dass ich vermeinte von oben hätte einer auf uns herabge… ! Armer Wastl, mit roten Eiern war es für dieses mal aus. Wir gingen nun zum Dorfweiher, der Wastl stieg gleich bis zur Brust ins Wasser, hernach setzte er sich auf einen alten Lindenwurzstock, ich zog ihm seine Zischmenstiefel aus und in Strumpfsocken ging er heim. Seine Lederhose, die geblümte Samtweste , die Zischmenstiefel mit den Lackschäften und der grünen Ziernaht, sowie die Zwiekaißige Uhr mit Halskette und goldenem Schieber, in den Joppentaschen, in den geblümten Westentaschen, die Hosentaschen waren dickgefüllt mit Latrine. Ob der Wastl jemals wieder auf' s rote Eier einbringen gegangen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. In der Folgezeit sagte seine Mutter öfter: „I möcht nur wissen, wos bei uns herin a' so stinkt“. Ob er ihr sein Geheimnis verraten hat, weiß ich nicht. Seine Lederhose hat ihm dann der Dandl von Riedenburg wieder so gut es ging hergerichtet, sie war ganz rot geworden, hat also die schwarze Farbe verloren, auch die grünen Ziernähte wurden rot und die Halskette schwarz, die Samtweste konnte er überhaupt nicht mehr gebrauchen und ich hatte dabei doch keine roten Eier gekriegt. So oft ich den Wastl sehe, fällt mir diese Geschichte ein und stelle mir vor wie er bis zum Hals in der Latrinengrube steckte.
Michael Schaumann    * 13.09.1890 + 14.10.1970

191 Seiten zuerst vom Deutschen ins Lateinische umgesetzt. Mit der Hand fertig geschrieben am 06.02.1992 um 13.00 Uhr Mit der Schreibmaschine am 19.04.1993 um 15.00 Uhr Martha Bichler, Altmühlmünster. Überarbeitet und digitalisiert in einer halben Ewigkeit von Maximilian Schels im Jahre 2007.

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