„Zweijähriger Bub beim Spielen spurlos verschwunden“. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Schreckensmeldung  am 10. November 1968 in Deising .
Der kleine Artur Grasser und seine Eltern aus Bamberg waren zu Besuch bei der Familie Gabler. Der Junge spielte nach Mittag im Garten des Anwesens am Fuße vom  Zeller Berg. Als seine Eltern ihn in das Haus holen wollten war er spurlos verschwunden. Alles Rufen und Suchen der entsetzten Eltern und der Familie Gabler blieben ohne Erfolg. Nun wurde die Landespolizeiinspektion Riedenburg verständigt, die mit sämtlichen verfügbaren Beamten sofort zur Stelle war. Gemeinsam mit mehr als 50 herbeigeeilten Dorfbewohnern aus Meihern, Deising und Altmühlmünster begann die systematische Suche unter der Leitung von LPI Chef Karl Brunner. Besonders die Gegend des Deisinger Baches und  die Waldgegend am Zeller Berg nahmen die Freiwilligen Helfer unter die Lupe. Bis nach Mitternacht, mit Unterstützung des Mondes der in seiner ganzen Größe für ein bescheidenes Licht sorgte, durchkämmten die Helfer die Gegend. Doch alles Rufen, Horchen und Schauen war erfolglos.  Polizeichef Karl Brunner brach die Suche ab und stellte überall Horchposten auf, die ein eventuelles Lebenszeichen des kleinen Knaben in der Stille der eisigen Nacht hören sollten. Am anderen Tage zu früher Stunde trafen sich die Suchmannschaften wieder in Deising und ein neuer Anlauf begann, den verschwundenen Buben aufzuspüren. Viele der Beteiligten schliefen nur wenige Stunden, die meisten überhaupt nicht. Wieder konnte der Vermisste nicht gefunden werden und Polizeiobermeister Brunner alarmierte die Bereitschaftspolizei. Um 13,30 Uhr traf die 5. Hundertschaft aus Eichstätt unter der Leitung von Kommissar Alfred Faßold ein. Die Polizeiinspektionen Beilngries und Parsberg schickten zur Unterstützung ihre Fährtensuchhunde mit Führern. Nach einer kurzen Lagebesprechung begann die größte Suchaktion die es je in dem beschaulichen Dörfchen gegeben hat. Eine schier endlos scheinende Kette von Uniformierten Helfern und zahlreichen  Einheimischen begann nun die Suche im Waldgebiet des Zeller Berges in Richtung Einsiedel.
Doch noch andere waren da schon  unterwegs und hatten sich aufgemacht, den kleinen Buben zu suchen. Bereits kurz vor 12,00 Uhr an diesem kalten Montagvormittag, die Felder und Wiesen waren von Reif überzogen, trafen sich in Meihern 4 junge Männer von der FFW Meihern.  Franz Gaul und Theo Schels aus Meihern sowie Konrad Sendlbeck und Ludwig Schels, alle waren am Vortage bis spät in der Nacht dabei, wollten nun auf eigene Faust den kleinen Artur finden. Mit dem Goggo vom Gastwirt Theo Schels fuhren sie zur Ludwigsleite in Richtung Rappenfelsen. So weit kann er doch unmöglich gelaufen sein, das war die allgemeine Meinung der erfahrenen Männer die die Wälder gut kannten, doch Sie folgten Ihrem Instinkt.. Sie durchsuchten jedes Gestrüpp, jedes Untergehölz und drehten jeden Strauch um. Die Zeit drängte, es begann bereits Dunkel zu werden und keine Aussicht auf Erfolg. Franz Gaul ging durch ein paar Bäume hindurch und erschrak: Da saß er vor ihm, der kleine Artur, auf einem Baumstumpf. Der Bub sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an und gab keinen Laut von sich. Als er zu weinen begann sagte Franz Gaul: „Du brauchst keine Angst haben, Ich tue dir nichts“. Er rief nun seine Kameraden voll Aufregung zu sich und alle Viere jubelten und hüllten den durchgefrorenen und völlig verängstigten Jungen in eine Jacke und machten sich mit dem Goggomobil auf den Weg nach Hause. Mehr als drei Kilometer war der kleine Artur durch den Wald gelaufen, fast bis zum Rappenfelsen. Ein Glück meinte Franz Gaul, dass er im Wald blieb, denn im Freien wäre er erfroren. Laut hupend kamen die Vier Retter an dem Suchtrupp vorbei und riefen : „Wir haben Ihn“.  Überglücklich schloss die Mutter Ihren Kleinen in Ihre Arme, der Vater, der sich auch an der Suchaktion beteiligte, eilte sofort zu seinem geliebten Sohn und alle freuten sich über das glückliche Ende. Der Junge musste allerdings dann doch in das Krankenhaus, da er sehr stark unterkühlt war. Seine Retter feierten noch bis in die frühen Morgenstunden und alle werden diesen Tag wohl nie in Ihrem Leben vergessen.

Die Schutzengel: Sie fanden den kleinen Buben
Der Vierte, Theo Schels verstarb im Jahre 1976

Diese Strecke legte der 2 jährige zurück

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