Flügelsberg

Drei Schicksalsschläge haben der Burg schwer zugesetzt:
1290 bei den Streitigkeiten der bayerischen Herzöge
1446 durch die Nürnberger auf dem Rachefeldzug gegen Raubritter
1492 im „Löwlerkrieg“ durch Herzog Albrecht. Dabei wurden Hans und Georg von Parsberg gefangengenommen.
Im Jahre 1240 wird Dietrich Schenk von Flügelsberg erstmals erwähnt, die Veste mit allen Zugehörungen ist Erb und Eigen der Schenken (1266) die auch über das Dorf Prüfening große Rechte hatten und dort dreimal im Jahr offenes Gericht hielten. Dieser, ein dem Kaiser Ludwig treu ergebener Ritter, hatte zwei Söhne, Dietrich und Ludwig (1331). Erstererhatte Margaret, Conrad Murachers Tochter, zur Frau (1335) und besaß nur einen Teil von Flügelsberg, Elsbet,des alten Dietrichs („Ehegesponsin) überließ im Jahre1340 ihrer Tochter Margaretha und deren Gemahl Konrad dem Muracher ebenfalls einen Teil von Flügelsberg, demnach wurde also gegenseitig geheiratet, Noch 1398 hatten die Schenken teil an Flügelsberg. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts muss die Verste ganz in den Besitz der Muracher gekommen sein. Die Schenken von Flügelsberg haben ihre Erb-Grabstätten in der einstigen Templer- Johanniter Kirche zu Altmühlmünster Unter Dietrich dem III. urkundlich erwähnt von 1374 1403 erlebte die Burg ihre größte Blütezeit. Christof von Flügelsberg ist der letzte dieses Stammes. Die Schenks hatten auch in Meihern einen Gutshof. Früher sagte man:“ Meierhof“aus dem sich dann die Hofmark und das spätere Dorf Meihern entwickelte. Wie schon erwähnt, wurde der Burg bei den Streitigkeiten der bayerischen Herzöge schwerer Schaden zugefügt. Zwischen dem Herzog, Ludwig dem Strengen, von Oberbayern, einerseits, und den Herzögen Otto, Ludwig und Stephan von Niederbayern andererseits, entspannen sich die Zwistigkeiten in einem solche Ausmaß. Dass es zum Krieg kommen musste. Ob die Schenken verwandtschaftliche Bande zu dem Niederbayern hatten oder steuerliche Anordnungen von Herzog Ludwig nicht befolgen wollten, kann nicht genau gesagt werden. Sicher ist aber, dass einer der genannten Gründe zur Allianz mit den Niederbayerischen Herzögen führte. Im Jahre 1290 erfolgte die beidseitige Kriegserklärung und es wurde nach dem damaligen Kriegsrecht geraubt und gebrannt. Der Schenk von Flügelsberg erlitt großen Schaden, machte aber nicht weniger dem Herzog Ludwig zu schaffen durch Raub und Brand. Von den Schenkens Leute müssen viele gefangen worden sein, namentlich die Eutenhofener. (Um diese Zeit gehörte Eutenhofen zu Altmühlmünster): Anscheinend gab es bei dieser Auseinandersetzung keinen Sieger. Bischof Heinrich von Regensburg trat als Vermittler auf und brachte folgenden Vergleich zustande:
Darin heißt es unter anderem: „Wir schaiden euch,daß sich der Schenk von Flügelsberg des Schadens unterwundt, mit Raittung(Reiter) und mit Werung und dem Herzoge geben ihm 60 Pfund. Wir wollen auch dass der Herzog durch seyn Gnad den Schaden verkies dem ihm der Schenk getan hat, an Raub und Brand. Das soll ihm der Schenk abverdienen und der Gefangenen Schaden, da soll auch der Herzog dem Schenk die Eutenhofener lassen(freigeben) in 14 Tagen.“
Nach der Herrschaft der Schenken folgen die Muracher, wie schon erwähnt überläßt „Elspet“ die Witwe von Dietrich des II. ihrer Tochter Margaretha und deren Gemahl Konrad dem Muracher einen Teil von Flügelsberg. Zum anderen heiratet eine Muracher Tochter, Margret von Murach, Dietrich den III., somit ist die Veste Flügelsberg überwiegend im Besitz dieses Geschlechts. Der letzte der Schenke, Christof von Flügelsberg, hatte scheinbar keinen Einfluss mehr auf die Muracher, die sich durch ihre Raubzüge und und Fehden in der ganzen Gegend gefürchtet machten. Die Muracher, ein verarmtes Rittergeschlecht und aus der nördlichen Oberpfalz stammend, betätigten sich als Raubritter derart, dass die Nürnberger im Jahre 1446 vor der Veste erschienen, diese eroberten und ausbrannten, weil die Raubritter in der Hauptsache Nürnberger Kaufleute überfielen. Sie trieben ihr Unwesen auch in der Abensberger Gegend recht schlimm. In solch einem Ausmaß, so dass die Nürnberger ihnen den Krieg erklärten. Ein Auszug aus der bayer. Chronika von 1561 besagt:
Dieser Zeit mehret sich der Adel in Bayern aus dem Stegreif
(Raubritter) und die Nürnberger ritten zu Abensberg bei Herrhausen warfen was den Reichstätten zugehortet darnieder. Nämlich die von Nürnberg brannten und plünderten Hagenhyl und Altmannstein. Desgleichen gewannen sie das Schloß Flügelsberg, oberhalb von Rietenburg, so dieselbige Zeit der Flurherrn war, branntens aus. Herr Hans von Haideck plündert auch das Kloster Schamhaupt.
Der Ritter Ulrich Muracher, wahrscheinlich ein Sohn von Conrad Muracher, übte die Herrschaft auf der Veste Eggersberg aus: Weil die Herzöge:“ Ernst und Wilhelm zu München“ eine Forderung von ihm nicht erfüllen wollten ritt er kurzerhand nach München, ließ vier Münchner Bürger gefangen nehmen und zerrte dieselben in die Veste Eggersberg wo er sie einsperren ließ. Der Rat der Stadt München schrieb hierauf an ihn und stellte ihm vor: dass die Stadt München und ihre Bürger gemäß ihrer Freiheiten wegen Schulden nicht gepfändet werden dürfen. Ulrich der Muracher schrieb zurück: „Euer Verschreiben habe ich wohl verstanden, lasse euch wissen,,daß ich Briefe habe von meinem Herrn in Beyern, die lauten, ich möge alle ihr Angreifen und pfänden. Habt ihr aber andere Briefe von meinem Herrn in Beyern. Redet ihnen zu, dass ich von ihnen gnädiglich entrichtet werde
Hierauf zog Herzog Ernst aus, um die Veste zu nehmen. Die Schützen und die Artillerie von München zogen unter Anführung der Hauptleute Hans Lappek und Georg Holzhauser, ebenfalls dahin. Beide baten den Münchner Rat um mehr Geld und schrieben: „Mehr sollt ihr wissen, dass die große Büchse und der Scherm ganz nahe an die Veste gekommen sind und man sich erst zu Werk gerichtet habe, da man vor, ehe wir gekommen sind, gar nichts geschaffen hat. Die Gefangenen, die der Muracher gefangen, wollen wir nicht vergessen. Nach 14 Tagen war die Veste eingenommen und die Schützen kehrten nach München zurück und erhielten vom hohen Rate eine Ehrung. Die Fehde war dadurch beendet.
Konrad der Muracher hatte mehrere Söhne: Ulrich, wie vorher beschrieben, Jörg, Friedrich und Ehrhart.Ulrich der Muracher, zu Flügelsberg und Eggersberg, der 1405, dem Herzog Stefan mit 12 Gehilfen gewärtig zu schein versprach, hatte 1402 eine Fehde mit dem Freysinger, raubte 1407 Augsburger Kaufleute aus. Er fing 1404 seinen eigenen Neffen Jörg den Leonroder zu Leonrod und war endlich, trotz Raubes; Mordes,Brandschatzung usw. von Herzog Stefan zu Gnaden aufgenommen; Jörg, Friedrich und Erhart, die Muracher zu Flügelsberg fielen in einer Fehde mit Wilhelm Fraunberger zu Laberweinting sogar in die Pfalzbayrische Herrschaft Helfenberg bei Velburg ein und beraubten sie (12:Juni 1437) dabei machten sie auch zwei Gefangene mit Pferd und Harnisch. Mussten sie aber wieder freigeben und sich der Öffnung von Flügelsberg verbinden mit dem Versprechen auf ihr Lebtag lang nicht mehr gegen die Herzöge zu ziehen. Um 1460 endete die Herrschaft der Muracher von Flügelsberg.
— Nach dem Rachezug der Nürnberger im Jahre 1460 und dem Verlust all ihres Hab und Gutes konnten sich die Muracher nicht wieder erholen. Friedrich Murachers Tochter heiratete 1460den Ritter Hans von Parsberg, Mitglied des ruhmreichen Geschlechts derer von Parsberg. Diese erscheinen bereits im Jahre 930, aber deren oberpfälzischer Hauptstamm erlosch, wogegen die französische Linie der Parsberger noch heute besteht. Neben der Parsberger- und der Lupburger- Linie gab es nun auch eine Linie der Ritter von Parsberg zu Flügelsberg. Letztere mussten erleben daß ihr Schloss Flügelsberg am 5. Januar 1492 von Herzog Albrecht von Bayern belagert und zerstört wurde, weil Hans und Georg von Parsberg auf Seite der aufständigen adeligen Ritter standen. Der Kampf um die Veste Flügelsberg dauerte nur drei Tage, dabei wurden neben Hans und Georg von Parsberg noch weitere 18 den Parsberger treu ergebenen Landsknechte gefangen genommen. Nach dem Verlust der Veste Flügelsbergn hatten die Ritter von Parsberg auch den Verlust von all ihrem Hab und Gut zu beklagen. Das in zwölf schwerbeladenen Wagen auf herzoglichen Befehl nach Dietfurt geführt wurde und dort an die Bürger verteilt. Burg und Schloss wurde nach dieser dritten Zerstörung nicht wieder aufgebaut.
Der Löwlerkrieg
Der Löwlerkrieg wurde deshalb entfacht, weil sich ein Teil der adeligen Ritter gegen die neue Landessteuer von Herzog Albrecht auflehnte und diese nicht entrichten wollte. In Cham taten sich deshalb 46 Ritter zusammen und gründeten den „Löwler- Bund“ darunter auch Prunn und Flügelsberg. Ihre Abzeichen waren ein Löwenkopf und die Lilie (in Prunn noch zu sehen):
Herzog Albrecht von Bayern der IV. welche die Geschichte den Weisen nennt, schrieb im Sommer 1488 mit vorgängiger Einwilligung der Landschaft eine allgemeine Steuer aus zu der alles beitragen sollte. Geistliches und Weltliches Gut, um dadurch ein ständiges Heer bewerben und besolden zu können. Niemand war davon ausgenommen, nur die Geistlichkeit und seine eigenen Hofmarkunternehmen. Doch der niederbayerische Adel in der Gegend von Straubing fühlte sich in seinen alten Freibriefen gestützten Rechte verletzt. Sogleich nach dem Erscheinen dieses neuen Steuerpatents kamen mehrere der hohen Ritterschaft zusammen, unter ihnen der angesehenste und tätigste , nämlich Bernhardin von Stauff, Herr zu Ehrenfels.Sie verlangten in einer Bittschrift an den Herzog die Zurücknahme dieses Steuerbefehls. Herzog Albrecht wies aber die angeführten Gründe als grundlos zurück.
Aber die Ritterschaft beharrte auf ihrer Weigerung. Da Herzog Albrecht, dem die innere Ruhe des Landes über alles ging, die Anstände im Guten zu beseitigen versuchte, befahl er einstweilen die Steuern zu verschieben bis zur weiteren Klärung. Aber auch diese Mäßigung des Herzogs konnte die Ritter nicht beruhigen.
Sie knüpften mit allen die nicht des Herzogs Freunde waren Verbindungen an, da sie an eine gütliche Ausgleichung nicht glaubten. Wie schon erwähnt versammelten sich die Unzufriedenen, 46 an der Zahl, in Cham. Sie gründeten den Bund der Löwler mit der Zielsetzung zum offenen Aufstand gegen Herzog Albrecht. Die Zahl der Löwenritter vermehrte sich schnell.Die Spaltungen im Lande wuchsen mit jedem Tag, sogar die eigenen Brüder von Herzog Albrecht, traten dem Löwlerbund bei, weil Herzog Albrecht ihre Ansprüche auf Mitherrschaft nicht anerkennen wollte. Die Löwler gewannen auch den König von Böhmen, Wladislaus, desgleichen die Hauptleute des schwäbischen Bundes, mit Kaiser Friedrich dem III. hatten sie ebenfalls einen mächtigen Gönner. Auch war der Pfalzgraf Otto von Neumarkt, welcher dem Herzog nicht gut gesonnen war, unter ihnen. Vergeblich waren die Versuche, welche Churfürst Phillip von der Rheinpfalz und Herzog Georg von Landshut, sowie der römische König Maximilian zur Aussöhnung zwischen Albrecht und den abtrünnigen Teilen der Ritterschaft anwendeten. Sie scheiterten an dem starken Irrwahn und dem Eigendünkel der Ritter, andererseits aber an der Macht der Wahrheit mit welcher Albrecht sein heiliges Fürstenrecht und der Verbündeten meuterischen Unfug darstellte. Die Ritter, von Siegeshoffnungen aufgrund ihrer vermeintlichen Übermacht erfüllt, wagten im Oktober 1491 den offenen Aufstand gegen den Herzog und Albrechts Besitzungen im Regensburger Land. Sie überfielen des Herzogs Regensburger Leute und setzten sie gefangen, ebenso plünderten sie dieselben Güter und Dörfer. Die raubgierigen Rotten der Ritter hausten grausam, ohne Zucht und Ordnung und ohne Menschlichkeit. Die Parsberger waren auch dabei, was ihnen aber nicht gut bekommen hat, wie sich drei Monate später herausstellte.
        Nach dem Überfall der Ritter auf Herzogs Besitztümer sammelte dieser seinerseits all seine Krieger und Verbündeten, um gen Regensburg zu marschieren. Der Herzog war zahlenmäßig und auch in der Ausrüstung den Rittern weit überlegen. Die Stadt München stellte ihm allein 100 Fußtruppen auf eigene Rechnung, so ist es bei allem Mut und Schneid der Ritter kein Wunder, dass der Herzog sehr bald das Geschehen im Land wieder unter Kontrolle hatte. Am 21. Dezember rückte Albrecht aus München nach Regensburg, dann vor die Burg von Köfering. Das Geschütz des Herzogs schoss die Burg sturmreif und wird bis auf die Grundmauern vernichtet, dabei wird Hyronimus von Stauff zu Ehrenfels mit 80 Landsknechten gefangen genommen. Wenige Tage darauf fiel auch Triftlfing, eine andere Veste desselben. Jedes Dorf der Löwler , wo die herzoglichen durchkamen musste der Rache geopfert werden. Die Parsberger zogen sich schleunigst in ihre Veste auf Flügelsberg zurück, um zu retten was noch zu retten war. Aber des Herzogs Heer erschien auch vor Flügelsberg. Stolz wehte die Fahne der Löwler von den Zinnen dieser hohen Veste auf schroffem Felsen. Die Flügelsberger glaubten sich dort sicher, allein schon wegen der, von Natur aus gegebenen idealen Verteidigungsposition. Aber Albrecht befahl Sturm. Am 6. Januar 1492 drangen mit Einbruch der Dunkelheit und nach vorheriger dreitägiger Belagerung (ein gestelltes Ultimatum des Herzogs die Veste kampflos zu übergeben wurde abgelehnt) die Sturmtruppen des Herzogs in die Burg ein. Nach kurzem Gefecht wurden Hans und Georg von Parsberg nebst weiteren 18 Landsknechten gefangen genommen. Die Burg wurde dabei so schwer beschädigt, dass sie nicht wieder aufgebaut wurde.
Das aus gehauenen Steinquadern Mauerwerk wurde als Steinbruch benützt,
für die Erbauung von Wohnhäusern auf dem Flügelsberg.
Nach der Erstürmung und Vernichtung von Schloß Flügelsberg zogen die herzoglichen Truppen einen Tag später weiter nach dem nur 3 Stunden entfernten Beratzhausen, an der Laaber. Auf der Berghöhe unweit davon hatte „Bernhardin von Stauff“, seinen festen Sitz, genannt von und zu Ehrenfels. Beratzhausen wurde der Wut des Kriegsvolkes preisgegeben. Die Burg Ehrenfels selbst wurde überrannt, umschlossen und nach achttägigem Widerstand genommen und zerstört. Gleichfalls erlitten mehrere andere Vesten der Löwler dieses Schicksal. So hatte Herzog Albrecht in einem 30-tägigem Winterfeldzug die schuldigsten der aufständigen Adeligen Ritter furchtbar gezüchtigt und des gesamten Löwenbundes Mut und Stärke gebrochen. Sie unterwarfen sich dem Landesfürsten und dieser nahm sie alle wieder in Gnaden auf.
Nach seiner Entlassung aus herzoglicher Gefangenschaft im Jahre 1492 erbaute Hans von Parsberg an Stelle der schwer beschädigten Burg und Schloss Flügelsberg das Herrschaftliche Schloss zu Meihern. Es darf zuvor noch erwähnt werden, dass mit Friedrich Murachers Tochter „Sidonia“ welche Hans von Parsberg ehelichte (1460) erst ein Drittel der Hofmark Meihern in den Besitz der Parsberger kam, aber nach dem Tode seines Schwagers, Christof Muracher, der letzte seines Geschlechts, den ganzen Besitz erhielt, nachdem er die anderen zwei Teile im Jahre 1480 durch Heirat seines Sohnes Joachim von Parsberg mit Ursula von Murach an sich gebracht hatte.  In der nachfolgenden Zeit wird es um die Parsberger recht still. Joachim von Parsberg, der letzte dieser Linie, scheint das Ansehen seiner Vorgänger wieder aufpoliert zu haben, denn er brachte es zum Hauptmann und Kriegsrat, nannte sich Herr auf Flügelsberg, war 1530 Pfleger zu Regensburg und 1547 zu Stadtamhof. Im Jahre 1572 Pflegeverwalter auf Herrenried. Er starb im Jahre 1577 und mit ihm war die Herrschaft der Parsberger zu Flügelsberg und Meihern zu Ende. Es ist nicht genau festzustellen, ob das von M. Wening beschriebene, im 16. Jahrhundert erbaute Schloß zu Flügelsberg anstelle der Burg von ihm erstellt wurde, oder seine Nachfolger, die Seiboldsdorfer sind. Der einfache Baustil lässt aber vermuten, dass Joachim von Parsberg wie schon gesagt, das Bauwerk für den jeweiligen Verwalter dort oben erstellt und von den Seiboldsdorfern später ausgebaut wurde. Regina, eine geborene von Parsberg heiratete den Christoph von Seiboldsdorf, Auch er wird das Herrschaftliche Schloß zu Meihern erweitern.  Im Jahre 1606-1607 erbaut Regina von Seiboldsdorf eine Kapelle neben dem Herrschaftlichem Schloß, wohl als Pestgelöbnis einer damals grassierenden Sterbsucht. Das Kirchlein wurde ihrer Namenspatronin, der hl Regina, geweiht. Auf einem alten Schriftstück, welches im Pfarrhof in Altmühlmünster gefunden wurde, ist nachfolgendes festgehalten: Auf dem Altar in dieser Kapelle zu Meyern sind 8 Wappen auf der Seite 4 mit ihren Unterschriften in nachfolgender Ordnung angebracht, als
 
Parsberg        Ratzenried
Pappenheim     Pappenheim    
Murach      Posserer
           Nothaft      Westerstetten
In der Mitte
Die Muggenthal und Törring
N. A. F. V. N. G. V. T.
Nachforschungen im Regina Kirchlein zu Meihern nach den vorgenannten Insignien blieben erfolglos, wahrscheinlich wurde der Altar sowie die Kapelle selbst von einem großen Sturzwasser zerstört.  Eine neue Kapelle wurde unterhalb des Felsens gebaut. Eine Votivtafel in der Regina Kirche sowie eine in der Wallfahrtskirche in Griesstetten erzählt von der Heilung von Reginas Tochter von der Pest. Dank der vielen Gebete zur Hl. Jungfrau Maria.
Graf Franz von Seiboldsdorf verkauft 1711 Flügelsberg samt der Hofmark Meihern an den Bischof Johann -Anton Freiherr von Knebel von Katzenellenbogen zu Eichstätt. Damit war 1711 der Bischof von Eichstätt der Herr in Meihern und Flügelsberg. Der Bischof bestellte zwei Administratoren (Verwalter). Von diesen bischöflichen Verwaltern sind noch 2 Grabplatten erhalten. Der eine war ein Geistlicher der andere ein Laie. Noch heute erinnert ein Wappen des Hochstifts Eichstätt, welches am ehemaligen Brauhaus befestigt ist, an die Herrschaft der Eichstätter Bischöfe: Das Wappen aus Gusseisen ist 58 cm hoch,41 cm breit und 2 cm stark Die Beschreibung lautet: In der Mitte ein Oval geteilt in 4 Felder. Unten links 2 Löwen, oben rechts 2 Löwen, unten rechts 1 Hirschgeweih, oben links ein Hirschgeweih. In der Mitte ein Bischofsstab, als Krone oben Mitte eine Bischofsmütze, links und rechts verschiedene Majuskeln der einzelnen Seitenlinien. Mit Sicherheit entstammt dieses Wappen der Grafen von Hirschberg. Bei der Säkularisation im Jahre 1803 wurde das Hochstift Eichstätt ebenfalls aufgelöst sowie alle Klöster. Der Staat als neuer Besitzer verkaufte das Gut an den Privaten Herrn Michael Regneth . Später ging es in den Besitz der Familie Graßl über, von diesen wiederrum erkaufte es im Jahre 1877 Herr Johann Wibmer aus Arnsdorf.  Seither ist das ehemalige Schloss und Gut im Besitz der Familie Wibmer- Schmid.   Das heutige Gasthaus Schmid weist noch mehrere Baureste im ehemaligen „Brauhaus“ auf, sowie Reste der ehemaligen Festungsmauer.  Auch sind noch mehrere Keller, welche verhältnismäßig, in gutem Zustand sind, vorhanden. Es sind die sogenannten Bierkeller, von Wirtschaftsgebäuden überdacht und in den Berghang getrieben. Auch der Gemüsegarten ist, nach den Aussagen des Besitzers, zum größten Teil unterkellert, jedoch werden diese nicht mehr benützt, sind vermauert und haben keinen Zugang. Im 1. Stock oberhalb der jetzigen Gaststube ist noch das einzige Herrenzimmer erhalten. So ist anzunehmen, da die Decke des Hauses mit einem reichen Stukkator versehen ist. Im Laufe der Zeit werden aber auch diese, (durch Umbaumaßnahmen bedingte) an längst vergangene Zeiten erinnernde Baureste, welche noch deutlicher die reichhaltige und wechselhafte Geschichte der einstigen Hofmark Meihern zu erzählen imstande wären verschwunden sein.ee
Diese Geschichte wurde geschrieben von Johann Lehmeier.
Ehemaliger Bürgermeister von Meihern
Überarbeitet von Maximilian Schels