Historie Altmühlmünster

               Geschichtliches aus Altmühlmünster            

Das kleine Pfarrdorf Altmühlmünster entwickelte sich aus einer Klostersiedlung.
 Nach einer Aufzeichnung im Schulnotizbuch von 1876 der ehem. Volksschule Altmühlmünster soll dort schon um das Jahr 800 ein Benediktinerkloster gestanden haben. Der Name des Ortes wurde zweifelsfrei von der lateinischen Bezeichnung „Monasterium ad Almonam“(Münster an der Altmühl) im deutschen Sprachgebrauch in Altmühlmünster umgewandelt.
Stifter und Gründer dieser klösterlichen Ordensniederlassung waren die Landgrafen Heinrich und Otto von Riedenburg, die zugleich auch Burggrafen von Regensburg waren. Es war eine Komturei, die von der Gründungszeit im Jahre 1158 bis 1312 von den Tempelherren (Tempelbrüdern, auch Kreuzritter genannt) betreut wurde. Diese Ordensleute trugen als Habit einen weißen Mantel, auf dem ein großes rotes Kreuz aufgenäht war. Nach den Kreuzzügen verfiel aber dieser geistliche Ritterorden und wurde deswegen vom damaligen Papst aufgelöst. Gemäß den Beschlüssen des Konzils von Vienne übergab Kaiser Ludwig der Bayer , im Jahre 1312 das Kloster dem Orden der Johanniter, von dem es 1753 die Malteserritter übernahmen. Im Zuge der allgemeinen Säkularisation 1803 /06 wurde das Ordenshaus ebenfalls aufgelöst und dessen Besitzungen vom Staat eingezogen.
Bis zur endgültigen Auflösung des Johanniter-Malteserordens in Bayern um 1808 zählte das Kloster zum adeligen Ritterstand Bayerns und hatte Rechte wie die einer Hofmark, gleich anderen adeligen Ständen. Gewöhnlich war das Ordenshaus mit 5 dienenden Brüdern und einen Komtur als Leiter des Klosters besetzt.
Ihre Aufgabe war neben der Übung des Gebetes die Verwaltung des Grundbesitzes.
Zur Kommende selbst gehörten 316 Tagwerk Wald, die Gutshöfe Laubhof und Blauhof, 24 Tagwerk Wiesen im Tale, das Wasserrecht im Ort und das heutige Gasthaus Gerstner.
Darüber hinaus 3 Weinberge bei Kelheim, das Jagdrecht und das Recht zum Bierbrauen, dieses wurde der Kommende durch Pfalzgraf Maximilian, Herzog von Ober -und Niederbayern am 21.August 1621 erteilt. 46 Besitzer von Höfen (Untertanen) in Altmühlmünster und Umgebung hatten der Kommende Frondienste und Scharwerksarbeit zu leisten wie auch den „Zehent“ den zehnten Teil des Einkommens an die Kloster- verwaltung abzuführen.Dem jeweiligen Komtur, in der Regel dem adeligen Ritterstand angehörend, waren aber auch zahlreiche Pflichten auferlegt z.B. die Abstellung und Unterhaltung eines Soldaten für die Verwaltungsaufgaben u. dgl. Mehr. Als Mitglied des Churs bayrischen Ritterstandes war die Hofmarkskommende beim Rittersteueramt zu München veranlagt und hatte jährlich 35 fl. (Gulden) dorthin zu entrichten.
Die Ausübung der weltlichen Gerichtsbarkeit in der Hofmark oblag einem eigens vom Kloster bestallten Hofmarksrichter, dem ein Gerichtsdiener und ein Scherge zum Strafvollzug beigestellt waren. Aus wirtschaftlichen Gründen war diese „Justitia“ Zeitweise auch für die jeweilige Hofmarksherrschaft in Meihern tätig. Je nach schwere des Delikts wurden die Straffälligen mit Gefängnis oder Stockschlägen bestraft. Zum Beispiel erhielt ein Störenfried des Gottesdienstes deren 5 verabreicht. Das Gefängnis war an das Torwächterhäuschen angebaut. Eine weitere Verpflichtung des Komturs bestand auch darin, regelmäßig die bayr. Landtage zu besuchen.
Trotz all dieser Besitzungen war das Kloster zu keiner Zeit reich und wohlhaben.
Wegen völliger Verarmung wurden im Laufe der Zeit sogar nachstehende Pfarreien der Kommende einverleibt: 1344 Mühlbach, 1432 Zell und 1432 Wolfsbuch, mit dessen Einkünften die Notlage des Klosters behoben werden sollte. Von dieser Zeit an galt die Pfarrkirche zu Altmühlmünster bis zur Säkularisation als Mutterkirche. Thann, Harlanden und Arnsdorf gehörten schon seit Gründung des Klosters zur Pfarrei AMM.
Nach der Säkularisation und nach Auflösung des Malteserordens in Bayern i. J. 1808 wurden mit Königlicher Präsentation Mühlbach, Zell und Wolfsbuch wieder selbstständige Pfarreien. Harlanden kam 1837 zur Pfarrei Eggersberg, Arnsdorf 1922 nach Zell und nach dem zweiten Weltkrieg wurde Thann mit Eggersberg zu einer Pfarrei vereint.
Die älteste noch vorhandene Urkunde wird im bayr.Hauptstaatsarchiv zu München aufbewahrt, sie ist datiert vom 12. März 1313.Nach dieser in Org.Perg. und Siegel versehenen Urkunde hat Dietrich der Kastner aus Riedenburg sein landw. Gut in Wolfsbuch an den Komtur und Ordensoberen Helmig von Randersacker zu Regensburg verkauft. Bruder Johannes, Pfarrer in AMM und seine Mitbrüder Merbote und Heinrich sind darin als Zeugen des Kaufvertrages aufgeführt. Andere Urkunden im Archiv in München berichten von einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen der Kommende AMM und dem Land -und Pflegegericht Dietfurt wegen der Besetzung der aufgelösten Pfarreien Zell-Wolfsbuch mit Ordensgeistlichen oder Pfarrvikaren.
Die Jurisdiktion (Verwaltung und weltliche Gerichtsbarkeit) in den genannten Orten lag nämlich in Händen des Land -Pflegegerichts Dietfurt,bzw. Riedenburg, die auch den jeweiligen Kirchenprobst (Kirchenpfleger) zu benennen hatten.
An die urkundlich bekannten Komture knüpft sich zugleich an deren Namen auch ein Stück des Johanniter-Malteserordens, einer der ältesten Orden derChristenheit.mVon all den vielen seien nur einige genannt. Unter den Gelehrten Johannes Myridius erlebte die Kommende eine Blütezeit wie nie zuvor, er ließ i.J. 1586 die gesamte Klosteranlage mit großem Aufwand erweitern und restaurieren. Auch die Pfarrkirche, die dem hl. St. Johannes konsekriert ist, wurde unter seiner Regie wesentlich verändert und vergrößert. An die ursprünglich romanische Anlage baute man einen gotischen Chor mit Kreuz und Kappengewölben an, so auch die Seitenkapellen mit Sakristei. Der Dachreiterturm mit zwei Glocken wurde später aufgesetzt. Als weiterer Komtur, der sein Wappen und seinen Namen an Ort und Stelle hinterlassen hat, ist zu nennen: Jakob von Duding. An der Nordseite des früheren Gasthauses Hofbauer finden wir einen In die Hausmauer eingelassenen farbigen Wappenstein mit dem Deutschherrenkreuz und der Umschrift „Jakob von Duding, Commendator,1748“. Genannt sei auch Ulrich Forer, um 1670 holte er den begabten Simon Günther (Großvater des berühmten Rokoko-Bildhauers Ignaz Günther) von Brixen in Tirol ans Kloster in Altmühlmünster, er wurde dort Mesner, Organist und Schreiber des Ordens zugleich. Von Ihm wurden 1679-1705 der heute noch vorhandene Grund und Saalbücher der beiden Kommenden St. Leonhard in Regensburg und Altmühlmünster neu erstellt. Aus seiner Ehe mit Maria Schmid aus Thann (1673) gingen drei Söhne hervor; Johann Georg, Franz Xaver und Josef. Johann Georg verzog nach Altmannstein und wurde dort Bildhauer, Fassmaler und Bürgermeister. Dort wurde sein berühmter Sohn Ignaz Günther 1725 geboren (gest. 1775 in München).
Franz-Xaver wurde Hofmaler beim Fürst-Bischof von Bamberg. Sohn Josef war Schneider in Deising und Mesner zu Altmühlmünster. Sohn Simon ist 1727 im Alter von 83 Jahren verstorben, beerdigt wurde er im Klosterfriedhof Altmühlmünster. Letzter Komtur von AMM war Franz Maturin von Müller, der zugleich auch Rektor der Universität Malta (damals Hauptsitz des Malteserordens) gewesen ist. Unter ihm vollzog sich auch die Auflösung des Klosters.
                              Das Wappen der Johanniter
Das Wappen der Johanniter ist eine Schüssel mit dem <Haupt des heiligen Johannes desTäufers, diese Schüssel hängt heute noch über dem Haupteingang der Pfarrkirche.
Es geht die Sage um, dass durch bestellte Verfolger sämtliche Johanniter zur Zeit der Säkularisation ermordet wurden, bis auf einen der sich in der Kirche befand und das Blutbad überlebte.
Es mag dieser Überlebende, Josef Anton Pöppel gewesen sein, der als späterer Pfarrer von Altmühlmünster von 1788 – 1812 wirkte. Natürlich waren die ursprünglichen Klostermauern viel höher als sie jetzt sind. Bis zu fünf <Meter Hoch wurden sie damals von Johann Meier dem Besitzer der Klosterbrauerei wegen der hohen Haussteuer im Jahre 1921 abgebrochen. Die Klosterbrauerei bestand bis zum Jahre 1913. Im Winter Von 1913 – 1914 wurde im Brauhaus das letzte Mal gebraut. Die Sudpfanne war aus Kupfer, ebenso die Leiterböden und die Grandl. Alles wurde samt dem Kontingent an Wildenstein verkauft.
Auch waren in Altmühlmünster von Klosterzeiten her Steuerrechte und weil die Johanniter auch die Gerichtsbarkeit ausübten, hatte auch das jetzige Anwesen Hunner in Deising auch das Streurecht. Dieser war der Scherge und musste die Delinquenten bestrafen.
Aus einer alten Urkunde geht auch folgendes hervor: „Ich Paul Gigl,wohlbestalter Gerichtsdiener zu Altmühlmünster übergebe hiermit an meinen Sohn, Johann Gigl mein neuerbautes Anwesen „usw. Dieses Anwesen nennt man auch heute noch beim Gigl.
So verhält es sich auch beim Richteranwesen in Laubhof. Dieser war wohlbestalter Richter von Altmühlmünster.
Die damaligen Siedler von Altmühlmünster bekamen keineswegs das Holz und Streurechte vom Kloster umsonst zugeteilt. Sie mussten dafür Hand und Spanndienste leisten. Um mehr Anreiz zum Siedeln zu geben, wurde auch ein Viehweiderecht verteilt. Der Dorfhirte trieb damals die Kühe den Eggmühlgrund hinauf, oben dann am Waldrand entlang, bei der Kühdrift herunter, dem Grund folgend wieder nach Altmühlmünster zu und wieder heim.
Dem bayr..Staat war dieses Viehweiderecht natürlich ein Dorn im Auge. Es wurde ein Weidepfennig eingeführt. Die AMM verweigerten diesen Weidepfennig, sie pochten auf ihr gutes Recht vom Kloster her. Der Staat hob kurzerhand dieses Weiderecht auf und belegte solche, die das nicht glauben wollten und trotzdem hüteten, mit Strafe.
Die Pfarrmatrikel reichen zurück bis zum Jahre 1600. Was vorher gewesen ist, ist nicht mehr festzustellen. Wahrscheinlich wurden alle früheren Bücher im 30jährigen Krieg vernichtet.,. Von welchen auch Altmühlmünster nicht verschont blieb. Dafür bürgt schon der Name „Auf der Wacht“. Auf der Wacht droben sieht man noch den Wallgraben, welcher hinten auf der Deisinger Seite sogar dreifach gestaffelt ist. In diesen Wall trieben die AMM ihre Kühe und taten dorthin auch ihre übrigen Habseligkeiten,darum heißt dieser Platz auch „Die Wacht“ und der Berg, auf dem dieser Platz liegt, der „Kühberg“. Von dort aus sieht man weit in das Tal und wenn Gefahr drohte, blies derjenige, der gerade Wacht hatte, kräftig in das Horn. In diesem Zusammenhang soll nach mündlicher Überlieferung, aber für damalige Verhältnisse durchaus verständliche Begebenheit zum Tagesablauf eines Esels gehört haben. Um die Bewohner des Wohnschlosses mit Trinkwasser aus der Deisinger Quelle zu versorgen, wurden die Dienste des Grautieres in Anspruch genommen. Dieser machte im Laufe der Zeit seine Aufgabe so gut, dass er für die Wegstrecke keine Begleitperson mehr brauchte.
Der Name „Eselssteig“ ist auch heute noch eine geläufige Bezeichnung.
  Die Klosterwaldungen umfassten rund dreihundert bayr. Tagwerk.
Die letzten Inhaber der Komturei waren die Malteser. (Bei den Johanniter und den Malteser handelt es sich um den gleichen Orden).Das Malteserkreuz findet man auch heute noch an der alten Klosterschänke Gerstner, auch an den Dacherkern des ehem. Gasthaus Hofbauer sowie an vielen Marksteinen der jetzigen Staatswaldungen.
 Auch oberhalb von Altmühlmünster dem sogenannten „Kühberg“ muss ein befestigtes Schloss gestanden sein. Man sieht noch zerfallenes Gemäuer und die Wälle mit Gräben. Ein Zeitgeschichtlicher Zusammenhang zur vorerwähnten Festungsanlage dürfte auch mit der Ortschaft Deising bestehen. Schon die „ing.“ Endung des Ortsnamens lässt darauf schließen, dass die Ortschaft schon im frühen Mittelalter (800-1500 n.Chr.) besiedelt gewesen sein muss. Die erste Urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1230. Demzufolge kauft „Volkmar des Tivisingen“(Volkmar von Deising) um 20 Pfund das Dorf Weiding mit der Fischerei Sweineginde aus der Verpfändungsmasse des Landgrafen Diepold von Leuchtenberg. (Urk.a.d.Jahr 1230-lat. Text in Kunstdenkmäler Bayerns). Die frühe Besiedlung der Ortschaft beweist auch die spätromanische St.Petrus Kirche aus der Frühzeit des 13, Jh. Der mit gotischen Treppengiebeln versehene Wehrturm und mit 1,50 m starken Mauern im Langhaus. War Sie einst letzte Zuflucht für die Dorfbewohner bei äußeren Wirren. Es gab noch eine zweite Kirche in Deising unten nahe der Altmühl und war dem heiligen Nikolaus geweiht. Durch Hochwasser schwer beschädigt musste sie Ende des 17.Jahrhunderts abgebrochen werden. Die letzte Urkundliche Erwähnung erfolgt i.J. 1679 in den Johanniter Lit.
458 S 186-192 Bayer. H.St.A. München. Im Jahre 1606 wurde Deising von der Pest heimgesucht. In Erfüllung des damaligen Pestgelöbnisses werden heute noch zu Ehren des hl.Sebastian , Rosenkranz-Andachten abgehalten. Trotz intensiver Nachforschungen in den einschlägigen Archiven lässt sich über die Vergangenheit Deisings weiter nichts finden.
     Diese Aufzeichnungen stammen von Herrn: Johann Lehmeier.Ehem. und letzter Bürgermeister der Gemeinde Meihern..
                                Geschichte geht weiter!
Besenbinder: Meihern mit Deising und Altmühlmünster war ein armes Dorf.
Die kargen Hänge des kleinen Altmühltales gaben gerade das Notwendigste zum Überleben her. Es gab nicht viele große Bauern, die meisten verdingten sich als Knecht auf anderen Höfen. Im Winter wurden aus getrocknetem Besenreiser, (Haselnusssträucher)der im Überfluss z.B. auf dem „Schmieberg“im Sommer gesammelt wurde, in mühsamer und liebevoller Kunstfertigkeit Besen gebunden. Damit ging man hausieren zu den „Großbauern“ auf der Höhe und noch weiter und somit prägte sich der Name „Besenbinder“ für wohl lange Zeit nicht nur bei Landwirten ein. Typisch für die Jurabauweise der Häuser war das Steindach aus weißem Schiefer. .Abgerissen.
Bei den meisten Jurahäuser in der Region waren die Stallungen direkt am Haus angebaut. Massive Juragesteinsbrocken wurden mit viel Kalkmörtel in Schalungsbauweise erstellt. Die Bürger waren arm und sie blieben es auch. Da halfen auch die großzügigen Versprechungen der Nazis nichts. Kein Tausendjähriges Reich, nur kurzer Jubel und wahnsinniger Militarismus der schon ganz Deutschland befallen hatte. Was war das für ein Gefühl für die jungen unerfahrenen Burschen, endlich einmal in die Welt hinauszukommen, doch was war das für ein Gefühl für die Mütter und Väter wenn sie nicht mehr heimkamen.
In einigen Ställen der wenigen Bauern standen immer noch Pferde bereit um ankommende Schiffe auf dem Ludwigkanal zu „Treideln“, das heißt, sie entgegen der Strömung zu ziehen. Doch wie schon im ersten, wurden auch im zweiten Weltkrieg noch die letzten Rösser den Bauern weggenommen und für den versprochenen Endsieg geopfert. Mit einer Straßensperre auf der oberen Dorfstraße versuchten die Meiherner die anrückendenAmerikanischen Soldaten noch aufzuhalten. Doch als der oberste GI den Bürgern drohte , ihr Dorf dem Erdboden gleichzumachen, räumten sie das Gerümpel freiwillig weg.  In Deising verlor ein im Anwesen Dietz versteckter junger Soldat die Nerven und rannte schießend auf die Straße. Keiner kannte den Jungen, der wie so viele andere sinnlos sein Leben verlor.
Aufschwung:
Nach dem Kriegsende wurden kurze Zeit die Gemeinden Meihern und AMM zusammengelegt.
So gab es lange Jahre 2 Gemeinden: Meihern mit Deising ,Flügelsberg,St. Gregor und Altmühlmünster mit Laubhof und Mühltal.
1954 wurde die Staatsstraße Riedenburg – Dietfurt gebaut. Meihern hatte damit seine Umgehungsstraße, dieser Begriff war aber damals noch nicht gebräuchlich.